Seit vergangenem Montag ist die Sommerschule der Priesteramtsanwärter aus Opole (Oppeln), Polen in unserem Haus zu Gast. Die polnischen Studenten zu begrüßen ist immer etwas ganz Besonderes. Nicht, weil die jungen Männer interessierter oder engagierter wären als die jungen Menschen anderer Gruppen. Jede Gruppe, die uns besucht, hat ihren eigenen Charakter und kann nur an sich selbst gemessen werden.
Die Besonderheit der polnischen Sommerschule besteht in der pädagogischen Reichweite: Was die zukünftigen Priester hier verstehen, über sich selbst, über den Umgang mit anderen Menschen, in einem fremden Land und in einer anderen Stadt – das alles reicht bis in die polnischen Gemeinden hinein, wenn sie dort in einigen Jahren ihr Amt antreten. Im Kern steht das Verständnis des christlichen Lebens in einer modernen Großstadt wie Frankfurt. Die Sommerschule gewährt hier Einblicke in die wichtige Arbeit der Krankenhausseelsorge, außerdem steht ein Besuch in einem katholischen Kirchenladen auf dem Programm, der den Ansprüchen des urbanen Christen begegnet. Der Austausch mit den gleichaltrigen Seminaristen der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen zeigt auf, wie das Zusammenleben im Unterschied zum heimischen Priesterseminar funktionieren kann. Darüber hinaus soll den Studenten der ökumenische Gedanke nahegebracht werden, denn die Bedeutung der Ökumene ist ihnen aus ihrer überwiegend katholischen Heimat kaum ein Begriff.
Sie bekommen so ein wichtiges Stück Lebenserfahrung mit auf den Weg und reflektieren ihre Rolle als Priester in einer säkularen und pluralen Gesellschaft in neuer Tiefe.
Wir freuen uns auf eine weitere Woche mit unseren Freunden aus Oppeln – und auf noch viele Sommerschulgruppen in den kommenden Jahren!